der zitiergegensatz

Posted on Februar 11, 2013 von

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zitatorinnen

Ein mensch gibt aussagen wieder und nennt seine quellen korrekt. Später muss sie/er/es eine erklärung abgeben, dass sie/er/es keine aussagen weitergegeben hat und keine namen genannt hat. Ein anderer mensch gibt aussagen wieder, und nennt seine quellen nicht. Anschliessend muss sie/er/es eine erklärung abgeben, alle quellen genannt zu haben.

Genossen, sehen wir nicht alle die heuchlerische qualität hinter diesen konstrukten? Wir wissen schließlich, um wen es geht: Der erste mensch ist der volksanwalt genosse dr. gregor Gysi. Der andere mensch ist die volksministerin für volksbildung prof. dr. phil. dr. hc. mult. Annette Schavan. Wenn genosse Gysi zitiert, dann soll das schlecht sein. Wenn genossin Schavan nicht zitiert, dann soll auch das schlecht sein. Was ist der unterschied? Und warum wird gerade jetzt beides von den kapitalistischen medien skandalisiert?

Genosse Gysi hätte für den frieden zitiert –wenn der vorwurf richtig wäre. Er hätte den organen der staatssicherheit wertvolle informationen geliefert, wie die staatsfeindliche hetze der westmedien funktioniert, die nach und nach der ddr den rückhalt ihrer staatstragenden schichten –der arbeiter_innen und bauern– entzogen hat. Es ist klar, dass die schlichte möglichkeit gehabt zu haben, die pläne von imperialismus und großkapital zu durchkreuzen, noch nach jahrzehnten von selbigem gerächt werden will.

Genossin Schavan wiederum hätte für ein elitäres hochschulsystem zitieren sollen, für ein reaktionäres „bildungs“system, das durch die vergabe von doktortiteln ein substitut für adelstitel schafft. Es ist bezeichnend, dass die westlichen hochschulen entweder von der kirche oder von fürsten gegründet wurde. Noch heute hat der ewiggestrige dünkel aus dieser zeit erhalten, sich im besitz der „wahrheit“ zu wähnen, eine „wahrheit“, die aber immer systemerhaltend, gehirnwaschend und armuntserzeugend ist. Diese wahrheit wollen die eliten unbedingt unter sich halten. Ein werkzeug dafür ist das zitiergebot, damit jeder, der auf schwachstellen der reaktionären mythenbildung hinweist, sich selbst entlarvt. Prof. dr. phil. dr. hc. mult. Schavan ist nun diesem system zum opfer gefallen.

Dabei ist sie eine tragische figur, so tragisch, wie sie nur durch kapitalistische politik hervorgebracht wird. Denn sich selbst für eine tapfere vorkämpferin des fortschrittes haltend –sogar im zentralkommitee der deutschen katholiken, der vorhut des innerkatholischen kampfes gegen papismus und aberglaube–, war sie doch nichts anderes als ein sprachrohr des grosskapitals, die gedankenlos wie einE papageiIn die werbeversprechen der grossindustriellen forschungs- und pr-abteilungen nachgeäfft hat.

Doch mit der neuen finanzmarktregulierung hat das finanzkapital eingesehen, dass die bundesregierung doch nicht zu willfährig ist. Die vorgesehene trennung von investment- und geschäftsbanken hat schon in den usa das finanzkapital seine eigene destabilität beweisen lassen. Das wird auch in europa kommen. Dazu noch extra strafen für misslungene geschäfte! Das strafmass ist zwar noch viel zu gering, aber die bonzen befürchten nun zu recht, dass die weitere politik de facto nur die verzögerte folge der proletarischen führung durch DIE LINKE ist.

Die folgende reaktion ist klar. Die bosse wollen nun DIE LINKE selber bekämpfen, und zwar in person ihres fraktionsvorsitzenden im bundestag der brd, genosse volksanwalt dr. gregor gysi. Bar jeder parlamentarischen immunität soll unser genosse der heranrollenden grippewelle zum opfer fallen. Die viren der jährlichen grippewelle werden bekanntlich huckepack mit den globalen waren- und finanzströme in der ganzen welt verteilt. Die erkrankungen der arbeiter_innen dienen den bossen dann als vorwände für massenentlassungen. Daraus ziehen sie und die skrupellosen aktienbesitzer hohe profite.

Dieses zynische spiel darf nicht auch noch den genossen gysi treffen! Wir fordern parlamentarische immunität für alle arbeiter_innen! Doktortitel für alle! Zitiert werden nur noch manager und bänkster, und zwar vors standgericht!