Treu bis in den Tod – Schirrmacher bekämpft das Methusalem-Komplott

Posted on Juni 15, 2014 von

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Frank Schirrmacher ist tot. Obwohl den bourgeoisen Medien nicht über den Weg zu trauen ist, stellen wir betroffen fest, daß auch die zuverlässige linke Kampfpresse den Tod bestätigt. Dann, Genossen, müssen wir der Nachricht vertrauen.

Natürlich sind die Kapitalisten zu pietätlos, einen der ihren einzubalsamieren, wie dies den Vorkämpfern sozialer Gerechtigkeit gebührt.

Wer war Frank Schirrmacher?

Diese Frage stellen sich viele. Offenbar haben sie gemeint, sie könnten sich mit der Untersuchung dieser wichtigen Frage noch Zeit lassen, aber da ist ihnen der wie immer schnelle Frank zuvorgekommen. Jetzt müssen sie gegenseitig voneinander abschreiben und können ihn nicht mehr fragen.

Genossen, Nachrufe müssen immer auf dem neuesten Stand gehalten werden! Man weiß doch nie, wann das Schicksal, Freischärler, eine Fettleber oder übervorsichtige Sicherheitskräfte zuschlagenzu Hilfe kommen.

Schirrmacher ist für die bourgeoise Klassenpresse ebensowenig zu ersetzen wie für uns der Genosse Stalin. Aber immerhin wissen wir noch die Feder zu führen, während andere an der Orthographie scheitern.

Schirrmachers Tod – ein Fanal für mehr Generationengerechtigkeit!

Da selbst die klassenbewußten Informationsorgane nicht in der Lage scheinen, den tieferen Sinn des großen Meisters des Feuilleton Tod zu erfassen, müssen wir schreienden Arbeiter diesen Punkt aufgreifen und konsequent vom Klassenstandpunkt aus lösen.

Schirrmacher, der Anti-Heesters

Was vielen schon wieder entfallen scheint (ein Amnesie-Problem, auf das gerade Schirrmacher nicht müde wurde, hinzuweisen) ist die Überalterung unserer Gesellschaft.

Der wahre Jugendwahn der Realität entrückter Volksmassen, verwirrt und verführt von kapitalistischen Massenmedien: Alle wollen in den Himmel, aber keiner will sterben. Hinterher beschweren sie sich, wenn sie warten müssen.

Keiner will alt und krank sterben, aber scheut sich vor dem logischen nächsten Schritt.

Frank ging stets mit gutem Beispiel voran! Hier unterscheidet sich Schirrmacher wohltuend. Unter seiner Regie wurde nicht nur die Frankfurter Zeitung etwas weniger Massenmedium. Nein, er zeigte vor allem durch sein mutiges und konsequentes Beispiel auf, wie allein der Überalterung unserer Bevölkerung begegnet werden kann. Der Methusalem-Komplott zeigt klar, daß es so nicht weitergehen kann. Die Älteren werden immer älter und die Jüngeren machen es vermehrt nach. Das kann ja nur zu einer Rentenkatastrophe führen. Man darf nicht als schlechtes Beispiel die Rentenkassen plündern, man muß stattdessen mit gutem Beispiel vorangehen!

Wo sollen denn auch sonst die ganzen Arbeitsplätze für unsere jungen Zuwanderer herkommen?

Autoren, die Bücher schreiben und dann hoffen, auch noch deren zehnte Auflage oder mehr zu erleben, handeln unverantwortlich. Frühere Geistesgrößen haben sogar überwiegend posthum veröffentlicht! Das scheint gänzlich aus der Mode gekommen. Die AutorInnen werden immer jünger, die Leser immer älter. Wenn das so weitergeht, verstehen sie sich bald nicht mehr!

Schirrmacher hat konsequent aufgezeigt, wo der Weg zur Sicherung unserer Sozialsysteme hingehen muß: weg vom Mindestalter. Hin zu Höchstaltern! Wozu ein Mindestalter für Rente oder Altersheim? Wer will denn Rente oder Altersheim, wenn er alt und krank ist und das alles gar nicht mehr recht genießen kann???

Genossen, die Lösung auf dialektisch-materialistischer Grundlage lautet natürlich Höchstalter!

Höchstalter für Politiker, Höchstalter für Prostituierte (wenn das nicht voneinander unterschieden werden kann, muß man die eben angleichen!), Höchstalter für die Altersheimbelegung (was auch sofort evtl. Platzmängel beseitigen würde!),

Höchstalter für Kraftfahrzeuge (und deren Führer natürlich auch), Höchstalter für Schiedsrichter.

Es gibt ja z.B. schon längst Höchstaltersgrenzen für Lebensmittel oder alkoholische Getränke.

Letztere besser immer gleich aufbrauchen! Im Amateur-Boxsport gilt eine Altersgrenze von 40 Jahren. Das wäre doch schon mal ein Anhaltspunkt.

Schirrmacher hatte dieses Alter zwar um fast fünfzehn Jahre überschritten, aber das sehen wir ihm nach. Er mußte ja erst den Methusalem-Komplott schreiben und diese Erkenntnisse gewinnen. Selbst Genosse Karl Marx begann mit 35 Jahren erst seine endgültige ideologische Festigung.

Auch Genosse Lenin und ich haben diese Erkenntnisse beherzigt und vorweggenommen. Bei Trotzki, der die Höchstaltersgrenze im Ferienheim umgehen wollte, hat Genosse Stalin etwas nachgeholfen. Das Beispiel des Genossen Schirrmacher zeigt, daß große Geister, stammen sie auch aus ursprünglich bürgerlichen Verhältnissen, durch gründliches Nachdenken stets auf dieselben dialektisch-materialistischen Grunderkenntnisse stoßen!

Wir verneigen uns vor Frank in tiefer Verehrung und hoffen, daß die Redaktion der Frankfurter Allgemeinen ihm ein ehrendes Andenken bewahren und seinem Beispiel folgen wird.

Feliks Dzerzhinsky (nach Diktat vergreist).

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