Germanwings-absturz: Ein antikapitalistisches fanal

Posted on März 30, 2015 von

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Mag der absturz von flug 4U9525 trauerredner vom schlage eines Gauck auch sprachlos machen, uns macht er nicht sprachlos. Denn angesichts der dreist verbreiteten fehldeutungen der systempresse, die wir angesichts des unglückes lesen können, dürfen wir als intellektuelle vorkämpfer!innen eines kritischen bewurstseins nicht schweigen, sondern müssen unsere wurstfinger in die offene wunde des ausbeutungssystemes legen, das auch für dieses unglück wieder ursächlich war.

Denn hier beginnt schon die bekannte gehirnwäsche der hetz- und mörderpresse vom Springerkonzern. Diese propagandisten der rückständigkeit interpretieren die aktion des Copiloten Andreas L. als „krank“, diffamieren ihn als „massenmörder“ und stellen das motiv für seine tat als folge beleidigter liebe dar, indem sie seine exfreundin interviewen. Damit entlarvt die Springerpresse nur ihr eigenes unlogisches, hetzerisches und mordendes denken. Denn selbst wenn Andreas L. aus liebeskummer gehandelt haben sollte, und deswegen einen gleichsam Wertheresken selbstmord vorgenommen haben wollte, warum dann ausgerechnet mit einem haufen junger gymnasiast_innen im passagierraum? Warum ausgerechnet auf einer route von Barcelona nach Barcelonette, beides Städte, die untrennbar mit dem namen des rechtskonservativen politikers Rainer Barzel (CDU) verbunden sind? Warum sollte ein junger mann noch liebeskummer haben, wenn doch die sexualpolitische sozialisation in seiner jugendzeit schon von der toleranz für polyamorie und homosexualität geprägt war, so dass er dem ideal der romantischen zweierbeziehung nicht mehr durch liebeskummer hinterhertrauern muss? Warum ausgerechnet mit einem flugzeug, auf dem der deutschtümelnde name „germanwings“ steht, und nicht internationalistischer „chicken wings“? Fragen, die die Springerpresse nicht beantworten kann. Weil falsch und gelogen ist, was sie schreibt.

Wahr ist vielmehr, dass die aktion des Copiloten als protest zu deuten ist, zumindest aber als folge der kapitalistischen ideologie. Der flugverkehr ist nämlich längst zu einem symbol von faschismus, ausbeutungsideologie und patriarchat verkommen. War anfangs noch die fliegerei harmonisches gemeinschaftliches dahinsegeln von fortschrittlich gesinnten flieger_innen, ist es heute das statussymbol eines neufeudalistischen jet set. Immer mehr menschen drängen in die flugzeuge, weil die allgegenwärtige verwertungsideologie ihnen einbläut, aus dienstreisen oder sogar urlaub durch rasendes reisen noch die letzte minunte herausholen zu müssen.
Gleichzeitig wird in den pilot_innenkanzeln immer mehr personalabbau betrieben: Wurden lange und bewährt die flugzeuge von einer bis zu 5köpfigen crew durch die lüfte gesteuert (pilot_in, copilot_in, navigator_in, flugingenieur_in, funker_in), so rühmt sich heute Airbus der fragwürdigen entwicklung des „Zweimanncockpits“ (!). Es ist klar, dass die belastung für die flugzeuglenkenden dadurch erhöht wurde, zumal die nötige lohnerhöhung und frühstverrentungsmöglichkeit, die diesen misstand hätte mildern können, von den lufthansa-bossen den pilot_innen trotz streikes gewaltsam vorenthalten wird.

Parallel verschwand auch die freiheit über den wolken durch das sicherheitsdiktat der flugzeugversicherungsindustrie. Konnte man früher fliegen, wo man wollte, muß man heute „den tower“ fragen, so wie früher die leibeigenen Bauer_innen den Burgherr im Burgfried fragen mussten. Die folge ist mehr autoritarismus, mehr macht für männer und mehr lohnungleichheit. Überflüssig zu sagen, dass die „tower“ nur neue phallussymbole sind. Zu recht wird also regelmäßig auch gegen flughäfen protestiert!

Es ist klar, dass dieses system den menschen kaputtmacht. Deswegen ist es nur logisch und zu erwarten gewesen, dass einestages ein blutiges fanal gegen diese ausbeuterfliegerei stattfinden musste. Der verantwortliche für die toten von flug 4U9525 ist damit nicht Andreas L.. Es sind die konzernbosse, die das entstehen dieses süstems immer weiter befeuern. Sie müssen zur rechenschaft gezogen werden. Sie sind die mörder, nicht Andreas L, sonst stürzt unsere gesellschaft genauso ab wie ein flugzeug.

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