Krasser Fall von Rassismus: Bürgerliche Presse ignoriert Medienkodex

Posted on Mai 21, 2015 von

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Hetze gegen Minderheiten mit Migrationshintergrund und Perpetuierung rassistischer Stereotype — sollte das nicht der Vergangenheit angehören? Nicht so bei der bürgerlichen Hetzpresse! Dabei ist alles so schön übersichtlich geregelt. Richtlinie 12.1 des Pressekodex’ schreibt vor:

In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

Und was zum Kuckuck macht die F.A.Z. in ihrer Sonntagsausgabe? Verbreitet sich seitenweise über schwarze Migranten, die alljährlich im Frühjahr aus Afrika per Flug nach Deutschland einreisen und hier schwerste Straftaten zum Nachteil der Autochthonen begehen. Sind es nicht genau solche implizit rassistischen Berichte, welche durch den Pressekodex eigentlich vermieden werden sollen? Wo bitte ist der »begründbare Sachbezug«, der es unvermeidlich machte, die Ethnie der Täter zu nennen und einen ganzen Artikel lang ständig auf dieser herumzureiten, so als wären alle ihre Angehörigen Kriminelle? Daß, wie der Pressekodex richtig konstatiert, »die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte«, ist hier nur allzu offensichtlich. Nun scheint der Autor ja auch ganz genau zu wissen, wie sich solche Berichte bei ideologisch ungefestigten Subjekten auswirken können, berichtet er doch von Braun(!)ellen und »rechten Gesängen« (erste Strophe der Nationalhymne? Horst-Wessel-Lied?) der einheimischen Brut. Trotzdem nimmt er billigend in Kauf, daß der Stammtisch wieder seine Vorurteile gegen diese Ethnie bestätigt finden wird, ja spricht sogar offen von Parasitismus. Wenigstens — wir wollen gerecht mit ihm sein — die Religion der Täter spart er aus. Dabei kann der Autor nicht einmal umhin, zuzugeben, welche außerordentlichen Integrationsanstrengungen die Migranten — zum Beispiel in Bezug auf Spracherwerb — leisten, nebenbei lobt er gar pflichtschuldigst die kulturelle Bereicherung durch die Musikalität der Einwanderer. Was aber läßt der Artikel in seiner Gesamtheit, seiner Tendenz davon übrig? Er zeichnet ein einseitiges Bild von Kriminellen, die zielgerichtet und konspirativ vorgehen, um Einheimische ihrer Ressourcen, ihrer Lebensgrundlagen, ja ihres Lebens zu berauben. Aber was haben die Braunellen denn wirklich unternommen, um die Lebensumstände der Migranten in Afrika zu verbessern? Nichts, oder zumindest: Nicht genug.
Über die Gründe, warum die F.A.Z. den Konsens der demokratischen Presse aufgekündigt und das Schweigegelübde der Richtlinie 12.1 gebrochen hat, kann nur spekuliert werden. Hat man sich dem populistischen Druck der Straße gebeugt und will sich nicht mehr als »Lügenpresse« beschimpfen lassen? Werden weitere Zeitungen, gar der sozialistische Fernsehfunk, auch fallen? Ich jedenfalls bin betroffen und ein stückweit traurig.

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