JMStV? Scheiß drauf! – Wir sind ab 12…

Geschrieben am Dezember 2, 2010 von

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Um Zustände wie in den USA zu vermeiden, wo statt gebildeter, fortschrittlicher Persönlichkeiten wie der Genossin Claudia Roth fundamentalistische, dumme Provinzmütter die Geschicke bestimmen, ist jederzeit altersgerechte Bewusstseinsarbeit erforderlich!

Wann immer die Partei der Arbeiterklasse, die Partei der kritischen Intelligenz, die Primatenpartei und alle anderen Speerspitzen des gesellschaftlichen Fortschritts Grund zur öffentlichen Empörung sehen, muss es wirklich einen gravierenden Anlass dafür geben.

Der jüngste Grund, die neoliberalen Ausbeuterknechte in Bund und Ländern fleißig für ein neues ’33 üben zu sehen, ist der so genannte “Jugendmedienschutzstaatsvertrag”, mittels dessen Anbieter_innen von Webcontent, darunter auch Blogs wie Bluthilde (würden sie nicht ohnehin im Ausland gehostet), dazu veranlasst werden sollen, ab 1.1.2011 Alterskennzeichnungen einzuführen, die eine Kopplung an Filterprogramme ermöglichen.

Um Zustände wie in den USA zu vermeiden, wo statt gebildeter, fortschrittlicher Persönlichkeiten wie der Genossin Claudia Roth fundamentalistische, dumme Provinzmütter die Geschicke bestimmen, ist jederzeit altersgerechte Bewusstseinsarbeit erforderlich!

Aus Sicht unseres Autor_innenkollektivs ist das gleich in mehrfacher Hinsicht ein unerträglicher Skandal. Zum einen stellen Filterprogramme – ebenso wie auch das berüchtigte Filterblog – grundsätzlich ein reaktionär-chauvinistisches Gefahrenpotenzial dar, das hinterwäldlerischen, abergläubischen Familienvätern, Waffenfetischisten und Countrymusikfans ein Instrument an die Hand gibt, um ihre Kinder in konterrevolutionärer Selbstabgrenzung von progressiven Inhalten fernzuhalten.

Darüber hinaus haben wir bereits hier deutlich gemacht, dass “Kinder-” oder “Jugendschutz” nur Anliegen einer verklemmten und der Verwertungslogik der internationalen Finanzmonopole ergebenen Gesellschaft sein können, die falsches Bewusstsein tolerieren und auf diese Weise unterstützen will.  Wie beispielsweise die Genossin Weisband dankenswerterweise zu bedenken gibt, ist der Weg von dorthin bis zu einer Enthaltsamkeitserziehung, wie wir sie vom Affen Bush und der dummen provinziellen fundamentalistischen Hexe Sarah Palin kennen, nicht mehr weit. In diesem Zusammenhang ist auch die Mahnung seitens des Genossen Posener vor der Palinisierung der ultrareaktionären Ministerin Kristina Schröder noch einmal zu unterstreichen, welche die Unverfrorenheit besaß, die Erkenntnisse der Genossin de Beauvoir und damit die Grundlagen der Genderpolitik in Frage zu stellen.

Wie wir bereits mehrfach unterstrichen hatten, halten wir eine umfassende proletarische Bewusstseinsbildung in Medien, Schulen und staatlich organisierten Erziehungskollektiven schon im frühesten Kleinkindalter für zwingend geboten. Von diesem Standpunkt aus würden wir auch für unser Blog keinerlei Altersbeschränkung für die ideale Lösung halten.

Allerdings ist die Entwicklung des sozialistischen Bildungs- und Betreuungssystems zurzeit noch nicht ganz so weit fortgeschritten, dass allzu viele Kleinkinder von sich aus den Drang verspüren würden, sich auf diesem Niveau mit den Klassikern des Marxismus-Leninismus zu befassen, sondern dass sich die Entwicklung des eigenen Klassenstandpunktes in dieser Altersgruppe doch tendenziell eher auf der Basis wertvoller Lernmaterialien wie “Zeig mal!” oder Salzkottener Agitproptheaterevents vollziehen dürfte.

Wir sollten uns da schon an der Entwicklungsstufe der Produktivkräfte im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang orientieren und unsere Selbsteinstufung im Sinne des JMStV an die allgemeinen Gepflogenheiten anpassen.

In einer Zeit, da bei allen Integrationsbemühungen in den demokratischen Block immer noch potenziell für die faschistische Reaktion nutzbare Parteien an der Regierung sind, müssen wir ihre mögliche Vorgehensweise vorausahnen können. Und im schlimmsten Falle könnten diese uns – durch regressive Einpeitscher aufgehetzt – vorwerfen, wir würden auf unserem Blog “sexuelle Perversionen”, “Gewaltdarstellungen” oder “Obszonitäten” darbieten – denn so nennen sie das, was für uns Ausdruck einer dynamischen gesellschaftlichen Entwicklung und einer Infragestellung entfremdender Lebensumstände ist.

Sollte es aber so kommen, müssen wir auf Nummer sicher gehen und uns so selbst einstufen, wie es beispielsweise auch die FSK der Filmindustrie mit expliziten Inhalten dieser Art machen würde. Und auf diesem Wege können wir nur zu einem Ergebnis kommen: Bluthilde ist ab 12!

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